Herren 2: 0:3 zum Saisonstart – es kann nur besser werden
Es war eine harzige Vorbereitung für das 1. Liga Team von Volley Uni Bern. Geprägt von zahlreichen Abwesenheiten gestaltete sich die Integration der vielen neuen, primär jungen Gesichter in die Mannschaft entsprechend schwierig, Automatismen sind noch kaum vorhanden. Auch die Testspielresultate – allesamt negativ mit nur zwei gewonnenen Sätzen – waren wenig ermutigend. Die Tatsache, dass fünf der sechs Neuzugänge Jahrgang 2003 oder jünger aufweisen, lässt dennoch auf einen positiven Saisonverlauf hoffen, zumal zuletzt auch die Trainingspräsenz und -qualität deutlich anstiegen.
Der Saisonauftakt auswärts gegen den Aufsteiger Voléro Aarberg kam dennoch zu früh. Das zeigte sich in der Partie nach einem guten Start relativ schnell und deutlich. Nach 5:2-Führung stand es schnell 6:11, später 11:15. Bei 14:16 keimte kurz Hoffnung auf, der Doppelwechsel auf Seiten von Uni zeigte jedoch nicht die erhoffte Wirkung. Aarberg zog wieder davon und sicherte sich den Satz schliesslich mit komfortablen sieben Punkten Vorsprung. Die Schwierigkeiten auf Berner Seite, sie traten in diesem Season Opener offensichtlich zutage. Die Eigenfehlerquote war deutlich zu hoch, insbesondere im Angriff. Nur selten schaffte es die Mannschaft, Punkte erfolgreich abzuschliessen. Aarberg auf der anderen Seite verhinderte einfache Fehler und punktete insbesondere im Block und über die Diagonalposition. Von einem übermächtigen Gegner zu sprechen, würde den Blick auf die eigenen Unzulänglichkeiten allerdings verschleiern.
Mit Fortdauer der Partie schlichen sich neben der Angriffsschwäche auch immer mehr Fehler in der Annahme ein. Dies führte dazu, dass Satz 2 eigentlich vorbei war, bevor er richtig begonnen hatte. 4:10, 5:11 stand es nach kürzester Zeit, spätestens bei 10:20 war der Satz gelaufen. Aarberg nutzte den beruhigenden Vorsprung, um auch der zweiten Garde eine Einsatzmöglichkeit zu bieten. Dies verhalf Volley Uni Bern immerhin zu etwas Resultatkosmetik. Für mehr als ein 19:25 reichte es jedoch nicht mehr.
Immerhin sorgte das Satzende auf Stadtberner Seite für eine kleine, dringend benötigte Moralspritze, während sich Aarberg etwas auszuruhen schien und nun seinerseits die Fehlerquote nach oben schraubte. Beim Stand von 10:4 witterte Volley Uni Bern Morgenluft. Doch der Platz an der Sonne war von kurzer Dauer. Sechs Punkte später stand es 11:9, bei 12:12 war der ganze Vorsprung verspielt, bei 16:19 Aarberg wieder vorbeigezogen. Immerhin liessen sich die Berner dieses Mal nicht endgültig abschütteln, bäumten sich bis zuletzt auf – und hätten die Chance gehabt, auf 24:24 auszugleichen. Einmal mehr konnte im Angriff jedoch nicht reüssiert werden, Aarberg schloss den Gegenangriff sehenswert ab.
So reiste Volley Uni Bern mit einem 0:3-Niederlage (18:25, 19:25, 23:25) im Gepäck zurück in die Hauptstadt. Auch wenn das Resultat ernüchternd ausfiel, aus heiterem Himmel kam es keineswegs. Und es ist auch klar, wo der Hebel anzusetzen ist. Automatismen im Angriff, vor allem zwischen Pass und Mitte, müssen sich besser einspielen. Auf den Aussenpositionen braucht es mehr und bessere Lösungen. Und das Team muss insgesamt mehr zusammenwachsen. Dann können vielversprechende Situationen, von denen es am Samstag auch einige gab, auch öfters in Breakpunkte umgewandelt werden.
Am ersten Spieltag wurde noch nie eine Meisterschaft verspielt. Daher: Mund abwischen, unter der Woche konzentriert und gut arbeiten in den Trainings, und die Chance zur Rehabilitation nächsten Samstag beim ersten Heimspiel gegen Fribourg (16 Uhr, ZSSw Halle 2) beim Schopf packen.