Herren 2: Neujahrsgrüsse vom Spektakelteam
17 Punkte, mehr Siege als Niederlagen, Rang 5 nach der Vorrunde – und das als Aufsteiger. Volley Uni Bern darf auf einen erfolgreichen Herbst mit vielen Hochs und wenigen Tiefs zurückblicken. Der Saisonstart war happig, gleich zum Auftakt warteten mit Oberdiessbach und Muri zwei Playoff-Anwärter. Die beiden Niederlagen gegen Thun in Meisterschaft und Cup danach waren Tiefschläge, die es zuerst zu verdauen galt. Und die Mannschaft reagierte eindrücklich. Fünf der nächsten sechs Spiele gewann sie, nahm aus jedem Spiel Punkte mit und arbeitete sich in der Tabelle Schritt für Schritt nach vorne. Das letzte Spiel dieser Serie war das Auswärtsspiel gegen Fribourg, welches hier (aufgrund eines fehlenden Matchberichts) noch kurz zusammengefasst sei:
VBC Fribourg vs. Volley Uni Bern 0:3 (20:25, 23:25, 21:25)
Ein Match, ähnlich wie das anschliessende Fondue in der Altstadt: Etwas zäh, nichts für Feinschmecker – aber am Ende sättigend. Die Fribourger Halle so klein, sie hätte besser ins Auenland als ins Greyerzerland gepasst. Bilbo Beutlin hätte seine Freude gehabt. Nun gut, wir machten das Beste draus und versuchten uns beim Einschlagen am Boden-Decke-Schlagen (anstatt am seriösen Aufwärmen). Im Spiel folgten wir dem Motto "Flach spielen, hoch gewinnen". Insbesondere unser Mann für die ersten Bälle, Davide, nahm sich die Vorgabe zu Herzen und spielte holländische Annahmen, da wäre selbst Marco van Basten ins Schwärmen geraten. Satz 1 insgesamt eine solide Angelegenheit, schnell 8:1 ins Führung und danach das Ding mehr oder weniger kontrolliert nach Hause schaukelnd. Näher als zwei Punkte kamen die Frankofonen nie.
Satz zwei: Wechsel auf der Dia-Position. Tentakel-Lädi auf dem Feld. Das Geschehen ähnelt Satz eins. Wir schnell ein paar Punkte voraus, auch weil Fabio mal schnell auf Serienfeuer stellt und dem Gegner ein paar Service-Salven ins Feld knallt. 22:17, das Ding schien gelaufen, da schlichen sich doch noch ein paar Ungenauigkeiten ein. Doch wir schafften es, den Vorsprung über die Ziellinie zu retten.
In Satz 3 mit neuem Passeur und neuem Aussenangreifer. Die Friboooorger nehmen den Schwung vom Ende des zweiten Satzes mit und erspielen sich erstmals eine Führung. 10:13, 12:16 steht es zwischenzeitlich. Auf der Bank macht sich Unruhe breit: "Das Bier wird warm, Herren!" Abstinenzler Lenny (ok, ja, er ist noch minderjährig) erhört die Rufe und erweist den Schnapsdrosseln im Team einen Dienst. Am Service lässt er ein paar Asse fallen, bald darauf war der Satz gedreht. Na dann, Musik an, Bier auf, drei Punkte im Sack. Zeit, sich ein paar Latten aus dem Zaun zu ballern.
Die schöne Siegesserie endete schliesslich am 3. Dezember 2023 gegen den VBC Münchenbuchsee. Zum ersten Mal seit dem 14. Oktober respektive der zweiten Runde konnte Volley Uni Bern an diesem Wochenende keine Punkte mitnehmen:
Volley Uni Bern vs. VBC Münchenbuchsee 1:3 (21:25, 19:25, 25:22, 17:25)
Die Geschichte dieses Spiels ist schnell erzählt: Volley Uni Bern verpasste es, dem ersten Satz den Stempel aufzudrücken. Auf einen sehr guten Start folgte eine unerklärliche Schwächephase. Unterbrochen wurde diese nur in Satz drei unter gütiger Mithilfe des Gegners. Buchsi erwies sich an jenem Abend als zu stark für uns – auch weil wir unser bestes Volleyball nur selten abrufen konnten. Deshalb legen wir über diese Niederlage den Mantel des Schweigens.
So sehnt sich das Spektakelteam der Liga nun auf den Start im neuen Jahr. Wiederum wird er heftig, mit Oberdiessbach und Muri warten zwei Teams aus den Top vier der Liga. Aber mit beiden Teams haben wir noch eine Rechnung offen. Und falls Ihr euch nun fragt, ob es sich lohnt, das Team einmal anfeuern zu kommen – oder warum im Titel vom "Spektakelteam" die Rede ist – hier ein paar Zahlen: Im Schnitt spielt Volley Uni Bern 4,18 Sätze pro Partie – kein anderes Team spielt mehr Sätze. Im Schnitt gibt es bei einem Spiel von uns 182,27 Ballwechsel – so viele wie bei keiner anderen Mannschaft. An der Hälfte aller Spiele in unserer Gruppe, die im Tie-Break entschieden wurden, war Volley Uni Bern beteiligt. Zudem gibt es kein anderes Team, das innerhalb einer einzelnen Partie so heftig zwischen NLA- und 4. Liga-Niveau schwanken kann. Und schliesslich das wichtigste Argument: Es gibt Bier ;-)
In diesem Sinne in die Rinne, hebed en Schöne (aber nöd ...). Uf Wiederlugano und Tschüsseldorf.