Herren 2: #missioncompleted – Mit dem 7. Matchball in den Cupfinal
Es waren zwei hart umkämpfte Partien, welche sich Volley Uni Bern und der VBC Münchenbuchsee in den vergangenen Tagen lieferten. 9 Sätze, 411 Punkte, 3 Stunden und 45 Minuten Spielzeit – bereits die nackten Zahlen zeigen auf, wie eng es zwischen den beiden Teams zu und her ging. Aber der Reihe nach.
Knappe Niederlage in der Meisterschaft...
Für unsere Jungs war von Anfang an klar: Der Fokus liegt voll auf dem Cupspiel. In der Meisterschaft hatte man sich bereits vier Runden vor Schluss den Platz in den Aufstiegsplayoffs für die 1. Liga gesichert. Ziel 1 war also erreicht. Münchenbuchsee auf der anderen Seite reiste als Zweitletzter nach Bern und hatte somit noch einigen Aufholbedarf in der Meisterschaft. Entsprechend rüsteten sie ihr Kader kräftig auf und traten zweimal mit 14 Spielern, Neuverpflichtung Noah Furrer und Verstärkung aus der 1. Liga an. Die ersten zwei Sätze waren hart umkämpft. Durchgang 1 ging mit 27:25 an Volley Uni Bern, wobei der letzte, ewig dauernde Ballwechsel verdächtig an das Spiel gegen den VBC Uni Bern erinnerte, wo ein solcher Ballwechsel uns ebenfalls einen Satz sicherte. Satz 2 gewann dann dank eines 25:23 Münchenbuchsee. Die Sätze drei und vier waren dann eher "en churze Chrutt", Buchsi im dritten Umgang von der Rolle, Uni Bern im vierten etwas neben den Schuhen. Das Tie-Break gestaltete sich ausgeglichen bis zum 13:13. Dann leisteten sich die Hausherren zwei unnötige Fehler zum absolut dümmsten Zeitpunkt – der Zusatzpunkt ging an das Gastteam.
Volley Uni Bern – VBC Münchenbuchsee 2:3 (27:25, 23:25, 25:17, 20:25, 13:15)
MVP: Mighty Mike und das Duschbier
...Revanche im Cup-Halbfinal
Das man nur fünf Tage später für eine Niederlage Revanche nehmen kann, gibt es im Volleyball selten. Umso mehr waren die Hauptstädter bis in die Haarspitzen motiviert. Wobei es für einen Cup-Halbfinal wohl keine zusätzliche Motivationsspritze gebraucht hätte. Die Halle rechtzeitig zu Spielbeginn brechend voll, die Luft nach wenigen Ballwechseln schweissgeschwängert. Die Anspannung war förmlich greifbar. Auch Münchenbuchsee hatte an diesem Abend wieder etwas zu verlieren und konnte nicht mehr gleich befreit aufspielen wie am vorangegangenen Samstag. Allerdings war es Volley Uni Bern, welches nervös in die Partie startete. Die Annahme wackelig, die Arme und Hände noch etwas zittrig, zog Münchenbuchsee schnell etwas davon. 10:14 stand es, als Päscu zum ersten Time-Out rief. Bei 16:18 kam Mäthu an den Service und setzte zu einer Serie an – gütig unterstützt von Mike am Netz, der zwei direkt zurückkommende Annahmen souverän in des Gegners Feld versenkte. Bis zum 22:18 drehte Volley Uni Bern den Satz und brachte ihn in der Folge souverän nach Hause.
Den Verlust dieser bereits sicher geglaubten 1:0-Satzführung musste Buchsi zuerst einmal verarbeiten. Bis dahin stand es aber schon 9:3 für Uni im zweiten Satz. Die Gäste reagierten mit insgesamt fünf Wechseln, näher ran kamen sie trotzdem nicht mehr. Die Stadtberner in dieser Phase äusserst souverän und abgebrüht und mit starken Services. Die verunsicherte Annahme der Gäste erschwerte es ihnen, ihren Punktelieferanten Noah Furrer auf der Diagonalposition gewinnbringend einzusetzen. Bei 17:11 lancierte Fritz von und zu Hof eine kleine Serie, nach dem 22:12 war der Satz endgültig gelaufen. Zu allem Überfluss handelte sich der Assistenztrainer der Gäste noch eine gelbe Karte ein (mit Folgen in Satz Nr. 3...).
Das ging fast zu einfach. Es war allen Beteiligten bewusst, dass hier nochmals entschieden mehr Gegenwehr kommen wird. Zudem: Im Cup bringen dir zwei gewonnene Sätze überhaupt nichts ein. Nur der Sieg zählt. Buchsi war nun wieder in der Underdog-Rolle, hatte nichts mehr zu verlieren. Mit viel Druck und einigen sehenswerten Verteidigungsaktionen starteten sie in den dritten Durchgang. Bis zum 11:13 waren sie konstant zwei bis drei Punkte voraus – bis Päscu an den Service kam und Volley Uni Bern 16:13 in Front brachte. Diese Führung hielt bis zum 21:19. Doch dann flatterten die Nerven beim teilweise noch sehr unerfahrenen Team Es sei an dieser Stelle gesagt, dass die Mannschaft erst seit dieser Saison zusammenspielt und einige in diesem bunt zusammengewürfelten Team ihre erste Saison auf diesem Niveau bestreiten. Buchsi gewann drei Punkte in Folge, kurze Zeit später stand es 22:23. Da leisteten sich die Gäste einen weiteren verbalen Aussetzer gegen das – äusserst überzeugende und praktisch fehlerfreie – Schiedsrichter-Duo. Da im Volleyball nach einer gelben Karte automatisch nur noch rote Karten und damit Punkte für den Gegner folgen, blieb dem Schiedsrichter nichts anderes übrig, als dem Captain der Buchsier Rot zu zeigen – 23:23. Zwei Punkte fehlten zum Einzug in den Cupfinal. Aber ein 3:0 hatten die Volleyballgötter für dieses Spiel nicht vorgesehen. Und es wäre der Affiche auch nicht angemessen gewesen. Zwei Blockpunkte später jubelten die Gäste über den Satzgewinn.
Manch einer sorgte sich in der Folge über die physische Verfassung des Heimteams, welches bereits seit Wochen auf dem Zahnfleisch geht aufgrund mehrerer Verletzungen und Krankheitsfälle im ohnehin dünnen Kader. Was sich dann in Satz 4 entwickelte, war ein Fight auf allerhöchstem Niveau. Beide Teams agierten im Side-out äusserst soverän, Punkt für Punkt wiegte das Spiel hin und her. Während der ersten Satzhälfte hatte dabei Buchsi konstant einen oder zwei Punkte Vorsprung. So stand es 11:12, 12:15 und 14:16. Bei 19:19 hatte Volley Uni Bern erstmals ausgeglichen. Bei 22:22 gelangen Volley Uni Bern zwei Breakpunkte bei eigenem Aufschlag – es war erneut Mäthu, auf dessen starke und praktisch fehlerfreie Serviceleistung einmal mehr Verlass war. Zwei Matchbälle für das Heimteam. Puls auf 180. Stimmung auf gefühlt ebenso vielen Dezibel. Doch trotz mehreren guten Angriffsversuchen brachten die Jungs den entscheidenden Ball nicht tot. Münchenbuchsee wehrte sich mit allem, was ihnen zur Verfügung stand, und stemmte sich gegen die Niederlage. Sie erarbeiteten sich bei 26:27 und 27:28 gar zwei Satzbälle. Uni wehrte diese aber ebenso souverän ab wie Buchsi die nächsten drei Matchbälle. 32:31, Matchball Nummer 7: Service Päscu, Annahme nahe am Netz, Fritjof mit dem Block, Soutien an die Wand... und dann nur noch Jubel.
Es war geschafft. In seiner ersten Saison schafft Volley Uni Bern nicht nur die Qualifikation für die Aufstiegsspiele, sondern auch für den Kantonalcupfinal. Selten schmeckte ein Duschbier besser als an diesem Donnerstagabend in der Bitziushalle. Den Zuschauerinnen und Zuschauern wurde ein Spektakel geboten, es war eine tolle Partie auf hohem Niveau und einem nervenstarken Heimteam. Nun freuen wir uns auf ein fünftes und letztes Duell gegen unser clubinternes Schwesterteam aus der 2. Liga in Münsingen am 26. März.
Volley Uni Bern – VBC Münchenbuchsee 3:1 (25:20, 25:14, 23:25, 33:31)
MVP: Fritjofs Wiederauferstehung, Mäthus Services, Lars' Annahmen, Päscus Einwechslung und Jubel, Joels Unbekümmertheit, Toms Block bei 29:29, Timons Ellbogenangriff, Mikes Powerfinten, Simons und Elias' Unterstützung, Daniels Videos, Patoschs Zurufe von aussen...