, Ammann Thomas

Herren 2: DERBYSIEG!

The Battle of the Battles! Das Spiel der Spiele! Das erste Derby! Das Spiel gegen unseren Schwester- oder Mutterclub um die interne Vorherrschaft in der 2. Liga hatte uns seit Wochen in den Bann gezogen. Und nun war er da, der lange herbeigesehnte Tag.

Unsere Aushilfskraft Charlie knockte beim Einspielen vorsichtshalber gleich mal die Schiedsrichterin aus, damit wir sicher etwas bevorzugt werden bei kritischen Entscheiden (Merci fürs Aushelfen Mighty Mike). Routiniert wie immer verloren wir den Münzwurf (die Quote ist diese Saison schon wieder 0:5 – das erklärt wohl auch meine Pechsträhne im Casino). Einschlagen also mal wieder gegen die Wand. 10,5 Spieler (unseren Dauer-Invaliden Päscu können wir nicht guten Gewissens als volle Kraft zählen), zwei Liberos, eine kleine, aber treue Fangemeinde (Merci Jacqueline und Patosch). Und dann gings los!

Und zwar wie: Wir gleich mal wie die Feuerwehr, 7:3 und 10:7 Vorsprung erarbeitet. Dabei gefühlt fünfmal ungeahndet Netztouch, die Uni-Bern-Kompagnons bereits arg in Rage. Dann sieben Punkte am Stück für die Hausherren, Super-Fuchs Del Negro mit dem ersten Wechsel bei 10:14. Wenig Ertrag, Rückwechsel bei 13:17. Ab 15:19 dann die fulminante Aufholjagd, Wunderknabe Daniel und Wander-Vogel mit je 5 Services. 24:20, später 25:22 – Satz gedreht, Moral gezeigt, spielerisch reichlich Luft nach oben.

Doch anstatt nach oben ging uns die Luft eher aus. Bis zum 8:9 konnten wir mit mehr Glück als Verstand noch einigermassen mithalten, doch danach zog Uni Bern unwiderstehlich davon. 9:15, 11:18, 14:23... der Satz war vorbei, bevor bei Volley Uni irgendjemandem auffiel, dass er überhaupt begonnen hatte. Aber nun gut, «zu null» war noch nie unsere Stärke. Mund abwischen, aufrappeln. «Vielleicht haben wir die ganze Scheisse dieses Tages in einen Satz gepackt», sagte Team-Methusalem Thom beim Seitenwechsel. Er sollte – teilweise – recht behalten.

Jedenfalls steigerte sich Volley Uni in Satz drei merklich. Es war spielerisch wohl der beste Satz des Teams. Handballer Timon servierte lässig ein paar Asse, wir konnten auf 11:3 vorentscheidend davonziehen. Auf allen Positionen konnten wir im Angriff Druck erzeugen, und am Service lief es deutlich besser als zuletzt. Wir verwalteten den Vorsprung konsequent: 16:8, 18:12, 23:17. Spannung kam keine auf in Satz 3.   Ein Punkt war also in der Tasche, aber mit drei Punkten im Gepäck liesse sich die weite Heimreise (bis zum Zähringerhof) natürlich angenehmer antreten. Daher voller Fokus auf Satz 4 - klar, oder? Denkste. Viele wähnten sich wohl in einem Déjà-vu, als wir plötzlich 1:6 zurücklagen. In Saisonspiel 1 gegen Lerbermatt begann der letzte Satz genau gleich. Uni Bern in dieser Phase stark, wir etwas «down» - aber wie in Satz 1 mit der richtigen mentalen Einstellung und Moral. Mit sehenswerten Spielzügen, hammerharten Angriffen (Fritjofs Schlag in die 3-Meter-Zone oder Päscu’s Kurzangriff beim Kurzeinsatz seien stellvertretend erwähnt), einem aufgewachten Dänu in der Mitte (wie wird das wohl nach der Luzerner Fasnacht???) und tollen Aufschlagsserien kämpften wir uns zurück und lagen bald komfortabel mit 21:13 respektive 23:16 in Führung. Die Ziellinie war zu sehen. Doch die Meisten wähnten sich wohl bereits bei Telmo und einem kühlen Blonden... Ein weiteres Déjà-vu zum vorangegangenen Spiel. Plötzlich stand es nur noch 23:22. Auf Seiten von Uni Bern blühte Oldie Jan Wenger zum Spielende nochmals auf und wuchtete Ball um Ball ins Feld oder via Block ins Aus. Doch im entscheidenden Moment gelang es Volley Uni, eben jenen Wenger zweimal zu blocken. Der gefühlt 27. Angriff in 8 Punkten desselben Spielers war wohl doch etwas zu viel des Guten.

So durften wir uns nach einem insgesamt tollen Spiel auf phasenweise sehr hohem Niveau als Derbysieger feiern. Da schmeckte für unseren Hopfengott Mäthu sogar das Cafeteria-Rugenbräu irgendwie akzeptabel. Und die Pizza bei Telmo war sowieso toll – trotz Anwesenheit von Vopap.

 

VBC Uni Bern - Volley Uni Bern 1:3 (22:25, 25:18, 17:25, 22:25)

MVP: Fritzhof "El Bombonero" Vogel

Next game: Sonntag, 13. November 2022, 15.30 im ZSSw Neufeld Bern vs. Volero Aarberg